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Die Feuerwehr und Insekten

Die Feuerwehr ist zur Entfernung eines Nestes nur in Ausnahmefällen zur Abwehr unmittelbarer Gefahren für Leben und Gesundheit zuständig.

 

Bei den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte können Sie sich die Kontaktdaten sogenannter Wespenberater geben lassen. Die Wespenberater schauen sich gerne die Situation vor Ort an. Sie können die Wespenart bestimmen, wissen, wie man sich und die Wespen schützen kann und siedeln – wenn nötig – ein Wespennest auch um.Der Gang zum Schädlingsbekämpfer sollte immer der letzte Ausweg bleiben. Wenn die Abtötung ei-nes Wespenvolkes unumgänglich ist, wenden Sie sich, auch zu Ihrem eigenen Schutz, an einen Schädlingsbekämpfer, der ökologisch arbeitet. Diese haben sich z. B. im Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e. V. zusammengeschlossen ► www.vfoes.de.

Im privaten Bereich hilft die Feuerwehr nur in besonders akuten Fällen, wenn z. B. Allergiker mit Allergikerpass oder Kleinkinder offensichtlich bedroht sind und eine gewerbliche Schädlingsbekämpfungsfirma nicht rasch genug handeln kann.

Der Einsatz der Feuerwehr ist mit Kosten verbunden. Bei akuter Gefährdung von Menschen im Bereich öffentlicher Flächen und Bauten kann die Feuerwehr zu Hilfe gerufen werden.

 

Jeden Sommer häufen sich bei der Feuerwehr Einsätze wegen Bienen, Hummeln, Wespen oder Hornissen. Ob an der Terrasse, im Rollladenkasten oder im Gartenhäuschen.

Nur im Notfall
Die Feuerwehr rückt zu Wespennestern u.ä. nur dann aus, wenn eine konkrete Gefahr vorliegt.

Eine Gefahr durch Insekten ist dann gegeben, wenn die Nutzer einer Einrichtung in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind und sich dadurch vor dem Insektenbefall nicht ausreichend schützen können. Dies ist z.B. in Krankenhäusern, Kindergärten und Altenheimen gegeben. Bitte beachten Sie auch die Verhaltenstipps der Feuerwehr München im Link.

Die sozialen Wespen- und Hummelarten bilden im Gegensatz zu der Honigbiene ein nur für wenige Monate bestehendes Volk. Diese Insekten üben durch die Bejagung von Ernte- und Forstschädlingen eine ökologisch und ökonomisch wichtige Bestandsregulation aus.


Der Bekämpfung störender Nester sind jedoch gesetzliche Grenzen gesetzt, denn die Hornissen (Vespa Crabro) und die Hummeln (Bombus spec.) sind nach § 20 BNatSchG besonders geschützt. Sie dürfen grundsätzlich nicht ohne besondere Genehmigung durch die Obere Naturschutzbehörde bekämpft werden. Auch die Feuerwehr darf nur auf dessen Weisung aktiv werden.

Die Wespe
Ein weiteres Insekt, welches ihre Brutstätte oft nahe menschlicher Behausungen baut ist die Wespe. Deren Nestzyklus beginnt im April und dauert bis Ende Oktober. Wespen sind Allesfresser (Aas, erbeutete Insekten, süße Pflanzensäfte, Lebensmittel) und ein Nest kann 1.000 bis 10.000 Tiere beherbergen. Nach dem Nestzyklus bzw. dem Tod der Königin im Spätherbst löst sich der Wespenstaat auf. Das übrig gebliebene Nest kann nun in der Regel gefahrlos entfernt werden. Grundsätzlich werden vorhandene Nester im folgenden Jahr nicht erneut besiedelt. Es ist aber möglich, dass sich Wespen über mehrere Jahre hinweg an der gleichen Stelle ein Nest errichten. Dies hängt in erster Linie von dem Standort ab.

 

Die Mär von den 7 Stichen
Besonders die Hornisse ist wegen ihres angeblich lebensgefährlichen Stiches gefürchtet - bereits 7 Stiche sollen ein Pferd töten können heißt es im Volksmund, wohingegen die Hummel harmlos sei da sie nicht stechen könne.
Tatsache ist, dass alle sozialen Wespen und Bienen (auch die Hummel) stechen können; ihr Stich ist schmerzhaft, aber nicht besonders gefährlich oder gar tödlich. Nur Stiche im Mund oder Rachen können aufgrund der Schwellung lebensgefährlich sein.

Eine seltene (ca. 2% bis 3% der Bevölkerung sind davon betroffen) aber lebensgefährliche Ausnahme ist die Insektengiftallergie. Allergiker reagieren in der Regel auf eines von vier Proteinen im Insektengift. Wer allergisch auf einen Bienenstich reagiert kann auch auf einen Wespenstich allergisch reagieren. Eine starke Reaktion auf einen einzelnen Stich (lokale Schwellung, erhöhter Pulsschlag) ist alleine noch kein Hinweis auf das Vorliegen einer Allergie. Erst ein diagnostischer Hauttest beim Allergologen verschafft Klarheit.