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Alles schläft, einer wacht

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Bayerisches Staatsministerium des Innern

Rauchwarnmelder retten Leben

 

Rauchwarnmelder retten Leben

Brände sind für die überwiegende Zahl der Bürger – glücklicherweise – seltene Ereignisse. Dies bedeutet aber auch, dass die Gefahren eines Brandes wenig bekannt sind und nur eine geringe Bereitschaft besteht, Bränden vorzubeugen und sich vorab mit dem richtigen Verhalten bei Bränden auseinander zu setzen. Auch deshalb sind mehr als 60 Brandtote je Jahr in Bayern zu beklagen. Eine entscheidende Bedingung für rasche und wirksame Gegenmaßnahmen und die Flucht von Personen bei Bränden ist es, einen Brand rechtzeitig, bevor ein Raum oder gar die ganze Wohnung völlig verraucht ist, zu bemerken. Die Mikroelektronik macht heute die Branderkennung mit so genannten Rauchwarnmeldern zu günstigen Preisen möglich. Damit die Rauchwarnmelder auch die notwendigetechnische Qualität aufweisen, sollen sie mindestens die Anforderungen des Entwurfs zu DIN EN 14604 (03.2003) Rauchwarnmelder erfüllen. Der Alarm der Rauchwarnmelder ermöglicht bei Bränden die rechtzeitige Flucht und schnelle und wirksame Gegenmaßnahmen noch vor einer völligen Verrauchung eines Raums. Rauchwarnmelder können damit Leben retten.

Wir fordern die Bürgerinnen und Bürger auf, sich zu ihrer eigenen Sicherheit über die Funktionsweise von Rauchwarnmeldern zu informieren und sie entsprechend einzusetzen.

Dr. Günther Beckstein                        Georg Schmid

Bayerischer Staatsminister                Staatssekretär

des Innern

 

Warum

ist Rauch so gefährlich?

Es ist mitten in der Nacht. Sie schlafen tief und fest. Es genügt schon eine Kleinigkeit z.B. ein vergessenes Essen auf dem eingeschalteten Herd oder ein Defekt an einer elektrischen Leitung. Es entsteht ein Brand mit Rauch. Ihre Geruchswahrnehmung ist im Schlaf beeinträchtigt und durch die giftigen Rauchgase verlieren Sie Ihr Bewusstsein... In Deutschland verunglücken rund 600 Menschen pro Jahr tödlich durch Brände, die überwiegende Zahl in ihren Wohnungen. 90 % davon sterben an einer Rauchvergiftung, denn Rauch ist schneller und lautloser als Feuer. Er überrascht Sie im Schlaf. Die hochgiftigen Rauchgase versperren innerhalb kürzester Zeit die Sicht und nehmen jegliche Orientierung. Wie an der Zeitschiene auf den folgenden Seiten erkennbar, bleiben letztendlich nur 3 Minuten, um die Wohnung zu verlassen, in der ein Brand entstanden ist. Bereits das Einatmen eines einzigen Atemzugs mit Brandrauch kann, je nach Art der verbrannten Gegenstände, tödlich sein.

 

Wie funktioniert ein Rauchwarnmelder?

Der Rauchwarnmelder erkennt die bei einem Brand entstehenden feinen Rauchpartikel und warnt, bevor die Rauchkonzentration gefährlich wird, schon nach 1 bis 3 Minuten, mit einem lauten Alarmton. Die Personen, die sich im betroffenen Raum befinden und Personen in Hörweite in Nachbarräumen, haben somit den notwendigen Zeitvorsprung, um sich und ihre Familie in Sicherheit zu bringen. Betrieben wird der Rauchwarnmelder mit handelsüblichen Batterien, die eine Betriebsdauer von 2 bis 3 Jahren gewährleisten. Ein notwendiger Batteriewechsel wird von den Geräten üblicherweise mit kurzen Pieptönen angezeigt. Fehlalarme durch Zigarettenrauch, brennende Kerzen etc. werden bei qualitativ guten Rauchwarnmeldern nicht ausgelöst.

 

Wie installiert man Rauchwarnmelder?

Rauchwarnmelder gehören an die Zimmerdecke, möglichst in die Raummitte, aber in jedem Fall mindestens 50 cm von der Wand entfernt. Sie sind einfach mit Schrauben oder Dübeln zu montieren.

 

Wo installiert man Rauchwarnmelder?

Rauchwarnmelder sollen in Räumen angeordnet werden, in denen es zu einer Brandzündung kommen kann und in denen sich Personen aufhalten. Rauchwarnmelder sollen auch in Räumen von Nutzungseinheiten (z.B. Wohnungen) angebracht werden, in denen es zu Brandzündungen kommen kann und in denen sich zeitweise keine Personen aufhalten. In kleineren Nutzungseinheiten können Personen das Alarmsignal hören, wenn sie sich im Raum oder in Nachbarräumen aufhalten. In größeren Nutzungseinheiten können mehrere (hierfür geeignete) Rauchwarnmelder durch Funk- oder Drahtverbindungen so zusammengeschaltet werden, dass beim Ansprechen eines Rauchwarnmelders auch die anderen Melder das Alarmsignal abgeben; das Alarmsignal kann damit in der gesamten Nutzungseinheit bemerkt werden.

Mindestausstattung:

Je ein Rauchwarnmelder in Flur, Schlafzimmer, Kinderzimmer und Küche,

bei offener Verbindung mehrerer Geschosse mindestens ein Rauchwarnmelder pro Etage.

Optimale Ausstattung:

zusätzliche Installation von Rauchwarnmeldern in den anderen Wohnräumen, in Werkräumen und Räumen, in denen eine Brandzündung denkbar ist. Für größere Nutzungseinheiten ist es sinnvoll, die in den einzelnen Räumen installierten Geräte zusammenzuschalten.

Bestimmte Rauchwarnmelder können auch auf Melderzentralen aufgeschaltet werden, von denen dann Schaltvorgänge z.B. Ingangsetzen von Telefonwählautomaten u.Ä. durchgeführt oder ausgelöst werden. Detaillierte Angaben zur Anordnung von Rauchwarnmeldern enthalten die DIN 14676 „Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnliche Nutzung; Einbau, Betrieb und Instandhaltung“ vom März 2003 und die Einbauanweisungen der Hersteller.

 

Was Sie beim Kauf beachten sollten!

Funktionsweise auf fotooptischer Basis

Warnfunktion bei nachlassender Batterieleistung

Vds-Zulassung nach Entwurf zu DIN EN 14604 vom März 2003

Zusammenschaltbarkeit durch Draht oder Funk

Testknopf zur Funktionsüberprüfung

Preis je nach Anbieter zwischen 5.-- und 50.--

Erhältlich im Elektro-/Elektronikfachhandel sowie in Baumärkten

Für Gehörlose gibt es auch Rauchwarnmelder, die mit Blitzeinrichtungen und Rüttelkissen verbunden werden

 

Bitte beachten:

Rauchwarnmelder können keine Brände (Schadenfeuer) verhüten. Sie können sie nur frühzeitig erkennen und melden. Trotz der Verwendung von Rauchwarnmeldern sollte man Brände am besten gar nicht erst entstehen lassen. In der Wohnung sollten deshalb folgende Hinweise beachtet werden:

Niemals im Bett rauchen

Zigaretten oder Kippen nur in nicht brennbaren Behältnissen ablegen

Niemals offenes Feuer (z.B. Kerzen) unbeaufsichtigt lassen

Elektrogeräte, die beim Betrieb Wärme entwickeln, entsprechend den Betriebsanleitungen betreiben, insbesondere freihalten von Lüftungsöffnungen

Eingeschaltete Elektrogeräte, wie Bügeleisen, Herde, Toaster, Heizdecken, Kaffeemaschinen, Fernseher u.Ä. nie unbeaufsichtigt lassen

Brennendes Fett (z.B. in Pfanne oder Fondue-Topf) nie mit Wasser löschen, sondern mit dazu passendem Deckel oder mit Lösch- oder Wolldecke (keinesfalls Kunststoffdecke) ersticken

Defekte Elektro- und Gasgeräte nur von Fachbetrieben instand setzen lassen

Keine brennbaren Gegenstände in der Nähe von Elektro- und Gasheizungen sowie Kachelöfen ablegen

Zündhölzer und Feuerzeuge kindersicher verwahren

 

Was tun, wenn es brennt?

Ruhe bewahren

Verlassen Sie den verrauchten Bereich

Schließen Sie die Türen zum Brandraum, um eine Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern

Bringen Sie Kinder und andere Mitbewohner ins Freie

Alarmieren Sie die Feuerwehr – 112 –, geben Sie dabei Adresse und Brandsituation an

Nehmen Sie den Hausschlüssel und, soweit verfügbar, ein Mobiltelefon mit und schließen Sie die Wohnungstür hinter sich

Warnen Sie andere Hausbewohner

Wenn Sie weitere Fragen haben

zum Thema „Rauchwarnmelder“ oder „Brandschutz in Privathaushalten“, wenden Sie sich bitte an die örtliche Feuerwehr oder informieren Sie sich im Internet unter:

www.rauchmelder-lebensretter.de

www.vds.de

www.lfv-bayern.de

Herausgeber:

Bayerisches Staatsministerium des Innern

Odeonsplatz 3

80539 München

Stand: März 2005

www.innenministerium.bayern.de

www.stmi.bayern.de/sicherheit/feuerwehr

In Zusammenarbeit mit:

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit

und Verbraucherschutz

Rosenkavalierplatz 2

81925 München

www.umweltministerium.bayern.de

Grafik-Design: Marion und Rudolf Schwarzbeck, Gauting

Fotograf: Wolfgang Maria Weber, München

Druck: ESTA-DRUCK GmbH, Polling/Obb.